So kommen Sie aus jedem Bunker

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Es gibt keinen Golfschlag, der Amateure und Pros dermassen trennt, wie der Schlag aus dem Grünbunker. Mit diesen Tipps kommen auch die Hobbyspieler problemlos aus dem Sand.

Marcus Knight, Head-Pro Golfclub Küssnacht

Professionals sind gerne im Sand. In gewissen Situationen zielen sie sogar darauf. Amateure hingegen fürchten ihn und vermeiden ihn unter allen Umständen. Dabei gilt: Der Schlag aus dem Grünbunker ist überhaupt nicht schwierig. Aber er ist der «gefährlichste» Schlag im Golf. Wenn wir direkten Ballkontakt haben, wie bei einem Pitch, fliegt der Ball zu tief und zu schnell. Was wir machen müssen, ist den Sand zu bewegen, so dass er den Ball mitnimmt über die Bunkerkante und weich auf dem Grün landet. Anstelle von 46 Gramm Golfball bewegen wir zusätzlich 500 Gramm Sand. Und da liegt die Gefahr! Um 546 Gramm Ball und Sand zu bewegen, brauchen wir viel Schlägerkopf Geschwindigkeit für wenig Distanz. Die benötigte Schlägerkopf Geschwindigkeit ist nicht das Problem. Jedermann bringt dieses Gewicht 10 Meter weit. Aber wenn wir direkten Ballkontakt haben, wissen wir alle was passiert. Der Ball fliegt mit hohem Tempo an der Fahne vorbei. Es sind diese Erinnerungen, die es so schwierig machen, einen grossen, mutigen Schwung zu machen; wenn Sie so nahe am Loch stehen.
 
Darum sind die Pro’s so gut 
Die Professionals, die wir am TV beobachten, sind alles sehr gute Bunkerspieler. Sie verstehen die Logik dieses Schlages und akzeptieren das Risiko, einen perfekten Schlag zu spielen. Und sie üben das hunderte Male pro Woche! Die Pro’s bevorzugen es im Sand zu liegen, da der Schlag grundsätzlich immer der gleiche ist, abgesehen von der Länge. Viel schwieriger ist es aus dem Semi-Rough, wo die Lage unklar ist und den Ball Flug in verschiedener Weise beeinträchtigt. Um einen guten Bunkerschlag zu spielen, brauchen Sie Geschwindigkeit, Richtung, Präzision und den richtigen Golfschläger. Das alles ist absolut machbar. Aus einem schlechten Bunkerspieler, kann in kurzer Zeit ein sehr guter werden. Aber diese schlimmen Runden mit desaströsen Bunkerschlägen hinterlassen tiefe Erinnerungen. Und um das geht es.

Die häufigsten Fehler 
Ich sehe einige Sachen, die Amateure immer wieder falsch machen, die einen konstant erfolgreichen Bunkerschlag verunmöglichen. Positiv daran ist, dass sie alle relativ rasch behoben werden können. Kernpunkt ist die Schlägerkopfgeschwindigkeit. Viele Golfer sind sich dessen nicht bewusst. Dann geht es um den Punkt, wann der Schlägerkopf den Sand trifft. Ich höre täglich, dass er 2 bis 3 Zentimeter hinter dem Ball in den Sand gräbt. Das ist grundsätzlich Bunker-Selbstmord! Letztlich geht es um den Schläger, den Sie in den Händen halten und wie Sie ihn hinter dem Ball platzieren. Es gibt Schläger, die in gewissen Positionen einen erfolgreichen Schlag verunmöglichen. 

Einfach gesagt: Was wir versuchen, ist 500 Gramm Sand aus dem Bunker zu bewegen, über die Bunkerkante, Richtung Ziel. Und wie schon gesagt, das braucht mehr Geschwindigkeit, als ein normaler Schlag von 10 Metern. Positionieren Sie Ihren Körper am Ball; halten Sie Ihre Arme und Hände locker und bereit, einen vollen Schwung zu machen und halten Ihren Kopf ruhig.bis der Sand fliegt. Wenn Sie den Kopf bewegen, werden Sie nicht konstant präzise sein. 
Wenn Sie durch den Sand schwingen, soll das 3 Zentimeter tief sein. Das produziert einen Divot in der Grösse Ihres Kopfes, mit dem tiefsten Punkt in der Mitte des Divots. Wenn Ihr Divot die Grösse Ihres Kopfes hat und der Ball in der Mitte lag, werden Sie sehen, dass die Sandberührung 10 bis 12 Zentimeter hinter dem Ball stattfand. Dort sollte Ihr Schlägerkopf in den Sand gehen; mit einer Vorwärts- und nicht nur Abwärtsbewegung. 

Schlussendlich brauchen Sie einen Schläger, der Ihnen hilft, in und aus dem Sand zu kommen, ohne allzu viel Geschwindigkeitsverlust. Der Schlägerteil, der dazu verhilft, nennt sich Bounce und Sie müssen wissen, wie Sie ihn gebrauchen. Der Bounce ist der Winkel zwischen dem tiefsten Punkt der Schläger Sohle und der Führungskante. Er ist das Sicherheitsnetz für das kurze Spiel. Moderne Wedges sind so gemacht, dass Sie die Schlagfläche nicht wirklich öffnen müssen. Wenn Sie es trotzdem tun, können Sie auch zu viel Bounce kreieren, was sich dann so auswirkt, dass Sie mit der Vorderkante direkt den Ball treffen. Ein solches Öffnen reduziert auch die Schlagfläche. Wenn Sie ein Wedge haben, das weniger als 5 Jahre alt ist, sollten Sie die Schlagfläche nicht (zu viel) öffnen.
 
Nasser Sand
Hier ein paar Tipps zum Thema nasser Sand. Ich werde oft darauf angesprochen. Wenn’s geregnet hat, sieht man das dem Sand an und spürt das auch unter den Fuss Sohlen. Bereiten Sie sich darauf vor, dass der Sand kompakter ist, schwerer. Das ist der Moment, wo der Schläger nicht richtig in den Sand will und viele Golfer so ihre Probleme bekommen. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie kämpfen müssen, den Schläger durch den Sand zu kriegen. Ich fühle mich jeweils so, wie wenn ich das Eis eines gefrorenen Sees durchbrechen müsste. Das hilft mir, auch etwas steiler in den Sand zu schlagen. Verwenden Sie keinen Schläger mit sehr viel Bounce und öffnen Sie das Schlägerblatt nicht. Letzlich bewegen wir jetzt etwa 700 Gramm Sand und nicht nur 546 Gramm. Folglich brauchen wir noch mehr Geschwindigkeit. Nehmen Sie den Kampf auf und seien Sie mutig. 
 
Wie trainieren
Begeben Sie sich in den Bunker und starten mit Uebungsschwüngen durch den Sand. Stellen Sie sicher, dass der Divot Kopfgrösse hat und 3 Zentimeter tief ist. Dass sie zwischen der Mitte und Ihrem linken Fuss sind, da die Ballposition leicht links von der Mitte sein sollte. Die Position des Divots können Sie einfach verändern, indem Sie das Körpergewicht verschieben, das im Bunker etwas nach vorne gerichtet sein sollte. Dann bringen Sie den Ball ins Spiel und schlagen einen 100 Prozent vollen Schwung, um zu sehen, wie weit der Ball fliegt. Bei einem korrekten Divot sind das normalerweise 10 bis 20 Meter; abhängig von Ihrer Schwung Geschwindigkeit. Nun können Sie sukzessive die Geschwindigkeit reduzieren, um zu sehen, wieviel es braucht für kleinere Distanzen.
 
 
Mein Traum-Bunkerschlag Rezept
·       Halten Sie Ihren Kopf ruhig
·       Seien Sie mutig und schwingen Sie mit Geschwindigkeit
·       Berühren Sie den Sand 10 Zentimeter hinter dem Ball; 3 Zentimeter unter dem Ball und schwingen den Schläger voll über die Schulter aus
 
Bunkerschläge sind einfach – aber riskant. Sie haben in Zukunft noch Hunderte von ihnen. Also investieren Sie ein wenig Zeit für das Bunkertraining. Es lohnt sich – die Grüns werden grösser und Sie machen mehr Birdies!
www.marcusknight.ch            
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