Ökobilanz hat Hand und Fuss

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Unser Handeln zeitigt messbare Folgen für die Umwelt. Der ökologische Handabdruck bildet den Umweltnutzen, der ökologische Fussabdruck den Umweltschaden ab – in Relation gestellt ergibt das eine Ökobilanz. Die des Schweizer Golfsports wird erstellt.

Swiss Golf macht die Umweltwirkung von Golfanlagen messbar und damit auch transparent. Dafür gibt der Verband die Entwicklung eines Ökobilanz-Models in Auftrag und lässt für zwei GEO-zertifizierte Mitglieder Ökobilanzen erstellen sowie Effizienz und Effektivität einzelner Umweltmassnahmen errechnen. Wie das genau funktioniert, lässt sich in der aktuellen Ausgabe 5-2020 des «Swiss Golf Magazin» nachlesen. Was jede Golferin und jeder Golfer unabhängig von der Ökobilanz seines Golfclubs beziehungsweise der Schweizer Golfbranche kennen sollte, sind die beiden Begriffe «ökologischer Fussabdruck» und «ökologischer Handabdruck». 
Leider ist in der deutschsprachigen Ausgabe des Magazins die Erklärung des ökologischen Handabdrucks verloren gegangen. Wir holen das untenstehend nach.

Ziel: «Bis 2035 umweltneutral»
Stellt man den ökologischen Handabdruck und den ökologischen Fussabdruck in Relation, erhält man eine Umweltbilanz, auch Ökobilanz genannt. Anders als die Klimabilanz, die lediglich die CO2-Werte berücksichtig, fliessen bei der Ökobilanz sämtliche Umweltaspekte in die Berechnung mit ein. «Das Ziel von Swiss Golf ist es, den Golfsport in der Schweiz bis 2035 umweltneutral zu gestalten, längerfristig soll unsere Branche mehr Umweltnutzen erzeugen als Umweltschäden verursachen», erklärt Jan Driessens, Leiter der Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen bei Swiss Golf. Was ihm an der Einführung einer Ökobilanz besonders gefällt, ist die Transparenz, die sie schafft: «Positive und negative Auswirkungen sind nachvollziehbar er- und verrechenbar, zudem können gezielt Massnahmen ergriffen werden, um die Bilanz zu verbessern.» 
 
Der Unterschied zwischen Fuss- und Handabdruck
Wenn es darum geht, die Nachhaltigkeit des eigenen Lebensstils respektive des Umgangs mit Ressourcen zu messen, werden meist der ökologische Fuss- und Handabdruck errechnet. Zwei Messgrössen, die in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden. Während die beiden Kennzahlen relativ kompliziert errechnet werden müssen, ist die Unterscheidung einfach:
 
Ökologischer Fussabdruck – Unter dem englischen Begriff «Footprint» werden sämtliche negativen Umweltauswirkungen zusammengefasst, die eine Handlung bzw. das Verhalten einer Person oder Unternehmung erzeugt. Der «Fussabdruck» einer Golfanlage ist geprägt vom hohen Land- und Wasserverbrauch, vom Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern sowie dem Ressourcenverbrauch beim Bau der Anlage. Im täglichen Betrieb fällt zudem die private Mobilität (sprich die Anfahrt zum Platz) der Golferinnen und Golfer ins Gewicht.
Wer seinen ganz persönlichen ökologischen Fussabdruck errechnen möchte, kann dies beispielsweise direkt hier tun.

 
Ökologischer Handabdruck – Noch weniger bekannt ist der «Handprint», welcher den Umweltnutzen erfasst. Golfanlagen sammeln Pluspunkte durch die hohe Biodiversität auf ihrem Gelände; naturbelassene Flächen und Biotope bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat. Durch die Vermeidung von lärmintensiven Tätigkeiten schaffen Golfanlagen in zersiedelten Gebieten einen ökologischen Mehrwert. Die Separatsammlung von Abfällen und deren Recycling, lokale und regionale Lebensmittel sowie nachhaltige Energiekonzepte (z.B. Minergie-Standard, Photovoltaikanlagen) vergrössern den Handabdruck ebenfalls. Eine autarke Wasserversorgung oder moderne Sprinkleranlagen und geeignete Grassorten reduzieren den Grundwasserverbrauch.

Einen Online-Rechner für den persönlichen ökologischen Handabdruck gibt es leider (noch) nicht.